S t a n d p u n k t e


Ausbau der Rheintalbahn

Gleis 4. - Bürgerinformation erschienen

Freiburg 19. Oktober 2012 - Zwischen Offenburg und Riegel wird im Zuge des Ausbaus der Rheintalbahn eine heftige Debatte um die richtige Streckenführung geführt. Der NABU hat sich seit längerem schon aus ökologischen Gründen für die sogenannte Antragstrasse der Bahn ausgesprochen. Die autobahnparallele Trasse, die als Alternative zur Antragstrasse der Bahn von einigen Gemeinden gefordert wird, wäre ein massiver Eingriff in wertvolle Schutzgebiete der Ortenau und des nördlichen Landkreises Emmendingen.

Für den NABU war und ist dabei immer wichtig, dass entlang der Antragstrasse ein deutlich über das gesetzliche Minimum hinausgehender Lärmschutz garantiert sein muss. Diese optimierte Antragsvariante muss durch ein zügiges Umrüsten des rollenden Materials auf leisere Materialien ergänzt werden.

Die heute erschienene Bürgerinformation Gleis4. fasst die Argumente für einen Ausbau der Rheintalbahn entlang der bestehenden Bahnlinie zwischen Offenburg und Riegel zusammen.

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Gleis 4.
Bürgerinformation der Rheintal- Kommunen Riegel bis Hohberg
Gleis4_Oktober_2012_low.pdf
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Ausbau der Rheintalbahn

Stellungnahmen des NABU

Der Ausbau der Rheintalbahn (Güterbahnlinie) zwischen Offenburg und Weil am Rhein beschäftigt die Menschen in der Region. Kein Zweifel: die Bahn ist ein umweltfreundliches Verkehrsmittel gerade auch für Güter. Dem gegenüber stehen aber zusätzliche Landschaftszerschneidung, mehr Lärmbelastung und schwerwiegende Eingriffe in ökologisch hochwertige Gebiete, die der Neubau des sogenannten 3. und 4. Gleises mit sich bringt. Der NABU hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er diesem Projekt positiv gegenüber steht, weil es dazu beiträgt mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Allerdings fordert der NABU von der Bahn erhebliche Nachbesserungen und eine stärkere Berücksichtigung ökologischer Belange. Lesen Sie unsere Stellungnahmen zum Ausbau der Rheintalbahn.

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Stellungnahme des NABU Baden-Württemberg zum Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel
2010-02-09+Stlgn+NABU_Rheintalbahn_Natur
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Stellungnahme des NABU Südbaden zum Ausbau der Rheintalbahn zwischen Freiburg und Schallstadt
NBS-Bahn-Freiburg-Schallstadt.pdf
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Kormoran - faszinierender Vogel des Jahres 2010

Viele Jahre war der Kormoran in Deutschland so gut wie verschwunden ? ein Ergebnis gnadenloser Verfolgung bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dank verbesserter Vogelschutz-Gesetze und angesichts großer Fischmengen in nährstoffreichen Gewässern hat sich der Kormoran wieder erholt und inzwischen stabilisiert. Doch weil der Kormoran Fische als Nahrung braucht, hat er nicht nur Freunde. In vielen Bereichen wird er deshalb zu Unrecht wieder verfolgt und getötet, selbst in Naturschutzgebieten.

 

Der NABU hat aus gutem Grund den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gekürt.

 

Als "Anwalt der Natur" möchte der NABU nicht nur Sympathie für eine faszinierende Vogelart wecken, sondern auch verbreitete Irrtümer aufdecken, polarisierende Behauptungen ins rechte Licht rücken und sich in Konfliktfällen mit überzeugenden Argumenten für den Kormoran stark machen.

 

10 Positionen des NABU zum Schutz des Kormorans :

 

  1. Der NABU lehnt eine "Regulierung" der Kormoran-Bestände durch Abschüsse ab.

  2. In Schutzgebieten und an Küstengewässern ist jede Störung und Verfolgung der Kormorane zu vermeiden.

  3. Kolonien und Schlafplätze von Kormoranen dürfen nicht gestört werden.

  4. Aktive, störende Vergrämungsmaßnahmen während der Brutzeit müssen unterbleiben.

  5. In Teichanlagen mit fischereiwirtschaftlichen Schäden sollten vorbeugende Maßnahmen wie das weitmaschige Überspannen von Teichen mit Draht Vorrang haben.

  6. Der Einsatz von Lasergeräten muss aus Gründen des Tierschutzes und wegen gesundheitlicher Gefährdung für Dritte unterbleiben.

  7. Der NABU fordert die Unterstützung präventiver Abwehrmaßnahmen an Teichwirtschaften. Externsive Teichwirtschaften sollten eine landwirtschaftliche Grundförderung in Anerkennung ihrer Leistungen für das Gemeinwohl und den Naturschutz erhalten.

  8. Der NABU lehnt jegliche Vergrämungsmaßnahmen an natürlichen Gewässern ab. Ausnahmen sind nur in gut belegten Einzelfällen möglich, wenn z.B. bedrohte Fischarten durch Kormorane gefährdet werden.

  9. Der NABU unterstützt auf lokaler Ebene gemeinsame Renaturierungsprojekte an Still- und Fließgewässern mit Anglern und Vogelschützern.

  10. Fischfressende Vogelarten wie der Kormoran müssen als natürlicher Bestandteil unserer Gewässerökosysteme akzeptiert werden. Die Gewässerbewirtschaftung muss sich auf das Vorkommen dieser Arten einstellen.